Interview mit Regional- und Dialogpartner Ulrich Gast aus Offenbach

Im Rahmen der Kick-Off-Veranstaltung für Dialogpartner am 05.07.2019 in Wiesloch reflektiert Ulrich Gast über seine Rolle als Dialogpartner.

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"Das Engagement als Dialogpartner ist für mich eine ideale Sinngebung für eine ehrenamtliche Tätigkeit: für mich war klar, ich möchte etwas tun, was mir liegt und was mit meiner Profession zu tun hat."

Warum ich Dialogpartner geworden bin 

Meine Basis ist 20 Jahre alt. 1999 habe ich am isb die Ausbildung Sytemische Beratung I und II als Curriculum absolviert und kurze Zeit darauf noch die Coaching-Ausbildung.

Danach kam eine längere Pause was den eigentlichen Kontakt zu Wiesloch als Ort angeht, bis auf einige Ausnahmen, z.B. das Forum Humanum, was ich oft besucht und sehr genossen habe. Als der Eintritt in den Ruhestand kam und Dagmar auf mich zukam, empfand ich das wie ein Geschenk des Himmels. Sie fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, in diesem Bereich der Stiftung tätig zu werden. Im Grunde konnte ich sofort ja sagen, denn es passte sehr gut in meine derzeitige Lebensphase.

"Jedes Mal erlebe ich ein kleines Revival der Institutskultur, wenn ich für die Stiftung tätig werde oder wenn ich mit den Stiftungsmitarbeiterinnen und den Kolleginnen und Kollegen, die Dialogpartner sind, zusammen bin."

Das ist ein Wiedererleben und Wiedererwachen und immer wieder die Bestätigung, dass es gut tut und dass es wirksam ist. Dass es ein gutes Menschenbild ist, welches wir pflegen und dass es auch für unsere ganze Gesellschaft eine Wohltat ist, wenn man weiß, dass Menschen mit diesen Haltungen unterwegs sind. 

 

Mein Engagement als Dialogpartner

 "Dialogpartner sein ist für mich die Realisierung der isb-Kultur, welche die Basis unserer Arbeit ist."

Wenn es Anfragen an das Stiftungsbüro für eine OE-Reflexion gibt, dann bin ich einer derjenigen, die als Dialogpartner zur Verfügung stehen - in meiner Region, möglichst ortsnah in der Region, aus der die anfragende Organisation kommt. 

Ob ich die Anfrage annehme, hängt von mir ab, meinem Zeitplan und ob es vom Anliegen passt. Danach werde ich im Auftrag des Büros tätig, in dem ich mich mit dem Anliegenbringer zu einem Erstgespräch in Verbindung setze, um die OE-Reflexion in Gang zu setzen. Die OE-Reflexion beginnt mit einer Ortsbegehung - eine Standortbestimmung mit sauberer Herausarbeitung, um was es dem Anliegenbringer geht, damit die Zielrichtung klar ist. Bei der ersten Sitzung wird auch geschaut, ob es Bedarf für weitergehende Dialoge gibt oder ob es bei einem Termin bleibt.

Es gibt ja auch Fälle, bei denen ein Anliegenbringer nach einer Sitzung sagt, ich habe die Klarheit die ich brauche, wir können es hier beenden. Die anderen Fälle wären die, wo man den kleinen Prozess der OE-Reflexion startet, der auf vier Termine gerichtet ist. In jeweils 2-stündigen Dialogen wird das Anliegen weiterverfolgt - mit Entwicklungsschritten mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit und der Wirksamkeit. D.h. es wird darauf geachtet, dass auch wirklich etwas von dem was verabredet wurde, in der Organisation umgesetzt wird. In der letzten Dialogrunde - der vierten Runde - kan man sich noch einmal darüber austauschen, was das Ergebnis ist und was das bewirkt hat, und was das für den Anliegensteller in der Rückschau heißt. Wie zufrieden ist man mit dem Prozess? Damit ist für mich als Dialogpartner dieser Auftrag erstmal beendet. Das Stiftungsbüro wird dann noch einmal im Abstand von einigen wochen eine Evaluation mit dem Anliegensteller durchführen, so dass das wir eine Einschätzung darüber haben, wie der Prozess gelaufen ist. 

Beim OE-Forum sind mehrere Organisationen und mehrere Dialogpartner vertreten. Dort kann ich als Interviewer tätig werden, d.h. dass ich in der Runde der Forumsteilnehmer (20 - 30 Personen) ein Interview mit einem Anliegensteller führe. Das führt dazu, dass alle Beteiligten die Information haben, um was es bei dem Anliegen geht. Und es dient auch als Vorbereitung für die Kleingruppenarbeit, in der das Anliegen bearbeitet wird. Die Ergebnisse werden im Plenum wieder an die Gruppe zurückgespielt und dem Anliegensteller mitgegeben. Die andere Aufgabe ist die der Moderation der Kleingruppen. Das heißt, ich führe als Dialogpartner in den Kleingruppen Regie, nehme eine Moderatorenrolle ein, die die Fragestellung und Ergebniszusammenstellung steuert. Gleichzeitig achte ich auf die Zeit, damit wir in der Struktur bleiben.

Ulrich in der Gruppe 

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