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Sommer, Zukunft, Baggersee

Vöhl-Herzhausen, 13.43 Uhr. Ankunft der Regionalbahn am Nationalparkbahnhof. Fünf junge Menschen steigen aus, mit vollem Rucksack und erwartungsfrohen Gesichtern. Sechs weitere kommen später mit dem Auto. Die Rucksäcke werden verladen, dann geht es zu Fuß eine halbe Stunde durch Wald und Flur bis zum alten Pfarrhaus in Kirchlotheim, einem 100- Seelen -Dorf am Rande des nordhessischen Nationalparks Kellerwald-Edersee. Domizil für zwei intensive Tage voller Gespräche, Reflexionen, Beobachten, Fragezeichen und Gedankenstrichen, Höhen und Tiefen. Und auch erfrischendes  Abkühlen beim  abendlichen Sprung in den Baggersee.

                 „Die Suche ist eher im Innen. Nicht nur Studiengänge durchscrollen. Das ist für mich neu.“

„Finde deine Startbahn“ heißt die Lernwerkstatt, die unter der Leitung  von  Judith Schmid vom 5.-7. Juli von der Schmid Stiftung erfolgreich wieder aufgenommen worden ist. Elf junge Menschen zwischen 17 und 20 Jahren erlebten isb Kultur, arbeiteten gemeinsam an ihren Kernkompetenzen, spiegelten sich, lobten sich über den grünen Klee, fanden Slogans und Standorte und recherchierten im brüchigen WLAN nach konkreten Ausbildungsperspektiven.

                  „Mir hat die Verbildlichung zum Teil sehr gefallen. Die kreative Umsetzung von den Gedanken, die man so hat.“

Vor allem aber wurde miteinander geredet. In den Übungen, auf den Zimmern, am gemeinsamen Abendbrottisch, beim Spaziergang durch Wald und Wiese. Die jungen Leute waren (manchmal zum ihrem eigenen Erstaunen)  sehr offen miteinander, profitierten von dem einen, oder fanden Zufriedenheit darin, dem anderen bei der Suche nach dessen Antworten behilflich zu sein.

„Ich fand den Austausch zwischen ‚Fremden’ toll. Die lockere und offene und sichere Weise, wie wir alle miteinander geredet haben und Gespräche geführt haben, war für mich sehr besonders“. 

Zwei Tage vergehen wie im Fluge. Manche nehmen eine neue Idee mit nach Hause, andere eine Festigung ihrer bisherigen Pläne. Wieder andere haben ein Bewusstsein dafür entwickelt, was ihnen an Substanz im Beruf wichtig sein wird, selbst wenn sie noch nicht genau wissen, in welchem Fach das am besten zu finden sein wird. 

Alle sind am Ende mit Zuversicht abgereist: Es führen so viele Wege nach Rom. Man kann also guten Mutes einfach mal losgehen.

                  „Ich war schon total unmotiviert, weil mich dauernd jeder fragt ‚Was machst du denn jetzt? ‘. Aber hier habe ich gesehen, dass es nicht nur mir so geht und ich bin jetzt wesentlich motivierter, nach meiner Zukunft wirklich zu schauen.“

 

Vielen Dank an alle Teilnehmer, die uns durch ihre Offenheit bereichert haben und an Beate und Olivia, die uns mit einem so herzlichen Rahmen und gutem Essen versorgt haben!

Die nächste Lernwerkstatt findet statt im Frühjahr 2020 im Seminarhaus Mi Camino. Wir freuen uns, wenn ihr unser Angebot weiterhin empfehlt.

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